Wir hatten die Uni Münster in diesem Sommer besucht. Der WDR hat sogar darüber berichtet. Nun hat die Arbeitsgruppe um Stanislaw Schukaljow einige Aufgaben und einen eigenen Trail in Münster entwickelt. Das finden wir natürlich super und wünschen den Münsteranern viele Besucher. Hier finden Sie auf Seite 3 der Dezemberausgabe 2017 der Unizeitung „Wissen leben“ aus Münster den kompletten Bericht.

In der ständigen Weiterentwicklung und Optimierung von MathCityMap bilden die direkten Eindrücke und Erfahrungen von SchülerInnen und Lehrkräften mit dem Projekt ein wichtiges Feedback. Entsprechend ist das MCM Team an einem lebendigen Austausch und dem praktischen Testen von Aufgaben durch diese primäre Zielgruppe sehr interessiert.

Am Mittwoch, den 08.11.2017 durfte das MCM Team Frau Nazanin Roushanaei, Lehrerin am Schulzentrum Hessen-Homburg in Hanau, mit ihrer Abschlussklasse R10a auf dem Campus Westend begrüßen. Die SchülerInnen der Klasse werden im nächsten Frühjahr an den Zentralen Abschlussprüfungen zum Mittleren Schulabschluss teilnehmen und wiederholen zurzeit im Mathematikunterricht relevante Themen, z.B. das Thema Körperberechnungen, das für die SchülerInnen in einem vielfältigen Trail zusammengestellt wurde. In diesem Zusammenhang sieht Frau Roushanaei nicht nur die Chance prüfungsrelevantes Wissen zu wiederholen: „MCM bietet den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit Aufgaben zum Thema Körperberechnungen an realen Orten und in authentischen Situationen kennenzulernen.“

Beispielsweise wurde im Trail das Volumen bzw. Gewicht von Quadern durch Sitzbänke vor dem Hörsaalzentrum thematisiert. Neben verschiedensten geometrischen Körpern wurden auch Steigungen und Winkel berechnet. Dafür mussten die SchülerInnen die ausgewählten Objekte mithilfe ihnen bekannter Körper modellieren und erlerntes Formelwissen flexibel nutzen.

Bevor es losgehen konnte wurden notwendige Vorbereitungen getroffen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einigten sich auf Gamification Elemente, also ein Tool, das es möglich macht gegeneinander anzutreten und die Leistungen zu vergleichen. Die App sowie der zugehörige Trail wurden bereits im Vorfeld von der Klasse heruntergeladen, sodass beim eigentlichen Ablaufen des Trails keine Internetverbindung benötigt wird. Damit stand dem Ausflug nichts mehr im Wege.

Nazanin Roushanaei mit der MCM App

Am Tag des Ausflugs wurde die Gruppe mit regnerischem Wetter konfrontiert, was jedoch die Stimmung nicht trüben konnte. Die SchülerInnen wurden vor Ort in Dreiergruppen eingeteilt. Diese Gruppengröße hat sich dahingehend bewährt, dass es beim Ablaufen eines Trails drei Hauptfunktionen gibt: Navigieren, Messen und Notieren. Insbesondere eine Dreiergruppe, die sich aus drei Jungen mit verschiedenen Migrationshintergründen zusammengeschlossen hat, ist Frau Roushanaei positiv aufgefallen: „Jeder Schüler aus dieser Gruppe ist bei diesem Ausflug total in seiner Rolle aufgegangen. Ein Junge hatte immer den Überblick über die Aufgaben und konnte diese direkt mit einer mathematischen Formel verknüpfen. Ein weiterer Junge hatte die Orientierung sehr gut im Blick und funktionierte als ein sehr guter Navigator. Der dritte Junge konnte die benötigten Formeln richtig umstellen. Gemeinsam konnten die drei Jungs die meisten Aufgaben lösen und dadurch auch die größte Punktzahl im Wettbewerb erzielen. Seit diesem Ausflug ist mir aufgefallen, dass diese drei Jungs viel motivierter im Mathematikunterricht mitarbeiten als es sonst der Fall war. Ich habe den Eindruck, dass die Nutzung von MCM und dieser Trail das Interesse dieser Jungs für Mathematik wecken konnte.“ Insbesondere die verwendeten Gamification Elemente haben die SchülerInnen motiviert möglichst viele Aufgaben richtig zu lösen.

Eine Dreiergruppe beim Vermessen

Auch das Feedback der SchülerInnen war durchweg positiv. Eine Schülerin mit tendenziell unterdurchschnittlichen Mathematikleistungen hielt fest: „Das war der schönste Ausflug, den ich bisher mit der Schule gemacht habe.“ Andere sagten, dass sie durch das Lösen der Aufgaben endlich einen Bezug zum Thema haben und verstehen, wozu man diese ganzen Formeln braucht. „Es hat ihnen Spaß gemacht. Sie wären gerne länger geblieben, um alle Aufgaben zu lösen“, so Frau Roushanaei.

Berechnungen an der Tischtennisplatte

Abschließend hält Frau Roushanaei fest: „MCM ist super, nicht nur für Kinder, sondern auch für Lehrkräfte. Es bietet die Möglichkeit Mathematik draußen zu erleben und dadurch verschiedene Berechnungen real zu machen. Es heißt zwar immer wieder, dass neue Schulbücher viele authentische Aufgaben haben, aber was ist denn authentischer als Kinder reale Objekte selbst messen zu lassen? Ich kann jeder Mathematiklehrkraft empfehlen MCM für den eigenen Unterricht zu nutzen und dazu einen Projekttag oder Tagesausflug für die Klasse zu machen. Ich bin davon überzeugt worden, dass Mathematik dank MCM sogar noch in der zehnten Klasse für Schülerinnen und Schüler interessant werden kann.“

Gruppenbild der teilnehmenden Klasse

Das MCM Team freut sich über das hilfreiche und positive Feedback durch die Klasse und wünscht viel Erfolg für die weitere Prüfungsvorbereitung und –teilnahme. Zumindest im Bereich geometrische Körper kann jetzt eigentlich nichts mehr schiefgehen!

Joerg Zender, Iwan Gurjanow und Matthias Ludwig haben am Freitag, den 17.11.2017 auf der ISTRON Tagung  am Landesinstitut in Hamburg MCM  in Theorie und Praxis vorgestellt. Der Vortag von Matthias Ludwig war mit weit über 120  Zuhörern sehr gut besucht und entführte in  die Welt der Outdoormathematik. Er kombinierte traditionelle Methoden wie Vermessung mit dem Messtisch und der Winkelscheibe mit dem wissenschaftlichen und technologischen Ansatz von MCM. Im anschießenden restlos ausgebuchten Workshop zeigten Iwan Gurjanow und Joerg Zender MCM in der Praxis. Zunächst durften die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einige Aufgaben der vorbereiteten Trails ablaufen, um dann selbst Aufgaben und einen Trail im MCM-Portal anzulegen.  Der Erfolg der Fortbildung wurde auch durch die sehr gute technische Ausstattung und Betreuung durch das Landesinstituts möglich.

Interessierte finden hier den Vortrag als pdf-File ) zum Download ( Vortrag_mathematikdraiußen machen_2auf1 )

Hamburg hat uns wieder Spaß gemacht und wir kommen gerne wieder.

Ihre Meinung ist uns wichtig!

Um das MathCityMap-Projekt in Zukunft noch besser machen zu können, sind wir auf Ihre Meinung angewiesen. Ihre bisherigen Erfahrungen im Umgang mit MCM und Ihre Verbesserungsvorschläge sind die Basis für unsere weiteren Entwicklungen!

Um uns Ihre Meinung zum Projekt mitzuteilen, füllen Sie einfach die folgende Umfrage aus:

https://docs.google.com/forms/d/1aueXZF1aPOKch1yq508flnLlcYA5YCZ9VFczPttUeMk/

In Yogyakarta auf Java, einer der Hauptinseln Indonesiens; hatte Matthias Ludwig die Gelegenheit MathCityMap in Form eines Hauptvortrags vorzustellen. Knapp 200 Konferenzteilnehmern aus benachbarten südostasiatischen Staaten  lauschten dem Vortrag über die neusten Entwicklungen  (Positionsaufgaben) und Forschungsergebnisse  aus der Welt von MCM.

Auf den üblichen Konferenzfotos im asiatischen Raum sind auch weitere bekannte Gesichter zu sehen. Frau Dr. Xenia-Rosemarie Reit, ehemalige Doktorandin am IDMI war eingeladen etwas über Modellbildung im Mathematikunterricht zu erzählen.

Im Rahmen der Konferenz konnte auch Adi Nur Cahyono, der über die Aspekte mobilen Lernens mit Hilfe von MCM seine Dissertation anfertigte, die Promotionsurkunde überreicht werden.

Am Donnerstag, den 05.Oktober  2017 startet das EU-Projekt MoMaTrE offiziell im Haus der Mathematik an der École Normal Superieure Lyon.  MoMaTrE beedeutet Mobile Math Trails in Europe und genau das ist es, was wir die nächsten 3 Jahren machen wollen: die Math Trail Idee mit Hilfe neuer Technologien in Europa zu verbreiten. Alle Projektpartner aus fünf EU-Ländern (Frankreich, Deutschland, Portugal, Slowakei, Spanien)  waren vertreten und erarbeiteten die ersten Meilensteine für die verschiedenen Teilprojekte. Eines ist dabei jetzt schon klar: MCM wird in MoMaTrE eine zentrale Rolle einnehmen und weiter entwickelt werden.  Dabei ist zu nennen, dass zukünftige Versionen der App pädagogische Features enthalten werden, es demnächst 100 Blaupausenaufgaben sowie eine Autoren-App geben wird mit der man MCM-Tasks Vor- Ort anlegen kann.

 

 

Auf dem Bild sieht man

v.l. nr.

auf der Treppe

Matthias Ludwig (GU, Frankfurt), Immanuel Scheerer (Aut, Berlin), Johannes Scheerer (Aut, Berlin), Christian Mercat (UCBL, Lyon)

Untenstehend

Ana Moura (IPP, Porto)  , Claudia Lazaro (FESPME, Santander),  Patrik Berger (UCBL, Lyon), Carmen Monzo Gonzalez (FESPME, Santander), Iwan Gurjanow (GU, Frankfurt), Joerg Zender (GU, Frankfurt), Pedro Santos (INESC-ID, Lissabon), Amelia Caldeira (IPP, Porto), Imrich Jakab (CPU, Nitra),   Sona Ceretkova( CPU, Nitra)

Nach einem Jahr Vorbereitungszeit haben wir es geschafft. MathCityMap ist das Herz der Strategischen Partnerschaft MoMaTrE. MoMaTrE ist ein Akronym für  Mobile Math Trails in Europe. Die Arbeitsgruppe MATIS I hatte die Federführung bei der Antragstellung für dieses Erasmus+ Projekt. Derzeit sind sieben Institutionen aus fünf Ländern dabei.

  • Goethe-Universität, Frankfurt
  • Univerzita Konstantina Filozofa, Nitra, Slowakei
  • Université  Claude Bernard, Lyon, Frankreich
  • Instituto de Engenharia de Sistemas e Computadores, Investigação e Desenvolvimento, Lissabon, Portugal
  • Instituto Superior de Engenharia, Porto, Portugal
  • Autentek GmbH, Berlin (Softwarefirma)
  • Federación Española de Sociedades de Profesores de Matemáticas, Santander, Spanien

 

Das Projekt verfolgt in den nächsten drei Jahren folgende Ziele:

  • Verberitung von mobilen Math Trails über ganz Europa
  • Weiterentwicklung von MathCityMap (u.a. Gamification, mobile Autorentools, neue Aufgabenformate, Pädagogische Math Trail Features)
  • Datenbank für Blaupausenaufgaben (Generic tasks)
  • Entwicklung und Durchführung von (internationalen) Fortbildungsmodulen  (shortterm Curriculum)
  • Entwicklung und Durchführung von akkreditierten Seminaren zum Thema outdoor mathematics (longterm Curriculum)
  • Erforschung des Nutzen von Mobile Math trails und Präsentation der Ergebnisse auf Kongressen  bzw. Publikationen

Für den Zuschlag für das Projekt waren neben den inhaltlichen Gründen sicher auch die vielen Unterstützungsbriefe unserer assozierten Partner verantwortlich.

So konnten wir aus Deutschland die MNU, das Medienbüro der DMV, Mathe im Leben das DZLM und ganz prominent die Stiftung Rechnen für unseren Antrag begeistern. Aus Frankreich haben wir das IREM, aus Spanien die königliche Spanische Gesellschaft für Mathematik, aus Portugal die Mathematiker Gesellschaft sowie den Mathematiklehrerverband und aus der Slowakei die Vereinigung der slowakischen Mathematker und Physiker als Unterstützer gewinnen können.

 

Da sich MCM (siehe Grafik) immer weiter vergrößert, müssen wir auch mit dem Personalstand mithalten. Seit 15. August arbeiten nun sieben Personen im MCM-Team.

Im Bild von links nach rechts

Daniel Birnbaum (abgeordner Lehrer für Informatik und Sport, iOS App), Matthias Ludwig (Leiter des MCM-Projekts), Joerg Zender (wissen. Mitarbeiter, momatre.eu), Simone Jablonski (wissen.Mitarbeiter, Pressearbeit), Martin Lipinski (abgeordneter Lehrer Mathematik und Sport, Fortbildungen), Iwan Gurjanow (wissen. Mitarbeiter, Webportal und Android app). Herr Moritz Baumann-Wehner (studentischer Mitarbeiter, Fortbildungen, Events) ist leider nicht auf dem Bild.

Bei Fragen zum Projekt  wenden Sie sich bitte an die entsprechenden Personen.

ludwig at math.uni-frankfurt.de

gurjanow at math.uni-frankfurt.de

zender at  math.uni-frankfurt.de

lipinski at math.uni-frankfurt.de

birnbaum at math.uni-frankfurt.de

jablonski at math.uni-frankfurt.de

 

MathCityMap ist selbst in den Sommerferien gefragt. bei der Mathe Magie Ausstellung in Kappeln, gab es auch verschiedene Mathtrails die durch Iwan Gurjanow und Matthias Ludwig speziell für die Stadt Kappeln angelegt wurde. Man kann wählen zwischen dem Familien-Trail und Trails für verschiedene Jahrgangsstufen.

Rebecca Nordmann vom Schleiboten hat einen wunderbaren Text zum Mathtrail geschrieben  der die Stimmung beim Lösen der Aufgaben widergibt und den wir Ihnen nicht vorenthalten wollen.

Besten Dank auch für das Foto von Rebecca Nordmann.