Am 11./12. September 2018 fand die MNU-Jahrestagung Berlin/Brandenburg an der Freien Universität Berlin statt. Auch MathCityMap war dort vertreten.

Im Hauptvortrag zur Eröffnung der Tagung stellte Prof. Dr. Matthias Ludwig auf sehr anschauliche Art und Weise Möglichkeiten und Szenarien dar, wie es im Schulalltag gelingen kann, out-of-school-Erfahrungen im Bereich Mathematik zu machen. Dabei fanden sowohl klassisch bewährte Methoden und Verfahren als auch GPS-gestützte Technologien bzw. die Benutzung von mobile devices besondere Berücksichtigung. Die etwa 200 interessierten Zuhörerinnen und Zuhörer erlebten „Mathematik draußen machen“ als absolut lohnende Ergänzung für den anwendungsorientierten und modellbildenden Unterricht im Klassenzimmer.

Ein starkes Interesse bestand auch am Workshop „MathCityMap – live und interaktiv“, den Prof. Dr. Matthias Ludwig und Martin Lipinski im weiteren Verlauf der Tagung leiteten.


Mit Hilfe der MathCityMap-App, Messwerkzeugen und großer Begeisterung lösten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Kleingruppen zunächst die von Matthias Ludwig und Martin Lipinski am Campus der Freien Universität angelegten Aufgaben. Hierbei war beispielsweise die Steigung einer Wendeltreppe zu bestimmen.


Anschließend erstellten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eigene Aufgaben und pflegten diese über das Webportal (mathcitymap.eu) ein. Zum Abschluss wurde ein eigener kleiner „Mathtrail“ erzeugt.

Im folgenden Interview mit Vera Korff wird ein Einblick in die Erstellung von MathCityMap Aufgaben mit Schülern in Bergisch Gladbach gegeben. Wir bedanken uns für das Interview und wünschen weiterhin viel Spaß mit MCM!

Wie sind Sie auf MathCityMap aufmerksam geworden und in welchem Rahmen haben Sie es eingesetzt?

Ich habe MathCityMap im Rahmen meines Referendariats am Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung Köln kennengelernt. In einem Workshop wurde uns die App vorgestellt und wir durften sie auch selber ausprobieren, was unheimlich viel Spaß gemacht hat.

Da ich als „Anfängerin“ noch recht lange für die alltägliche Unterrichtsvorbereitung benötige, bin ich leider nicht dazu gekommen, die App im „normalen“ Unterricht einzusetzen. Ich packte jedoch die Gelegenheit am Schopfe, als an unserer Schule in der vorletzten Woche vor den Ferien eine Projektwoche veranstaltet wurde. Für den ersten Tag der Projektwoche habe ich mit einer Kollegin einen Trail um die Schule herum vorbereitet, damit die Projektteilnehmer (acht Schüler) die App und mögliche Aufgabenformate kennenlernen.

Anschließend gingen wir in die Bergisch Gladbacher Fußgängerzone, damit die Schüler Ideen und Informationen für einen eigenen Trail sammeln konnten. Am nächsten Tag wurden dann die Trails am PC zusammengestellt und im Anschluss von der jeweils anderen Gruppe ausprobiert. Die Trails wurden abschließend reflektiert und es wurde besprochen, welche Kriterien für eine „perfekte“ Aufgabe realisiert werden müssen.

Am letzten Tag haben die Schüler eine Powerpoint-Präsentation über MathCityMap sowie zwei „perfekte“ Aufgaben erstellt, um ihre Arbeit am Präsentationstag (einem Samstag) den Besuchern vorzustellen. So konnten die Besucher nach der Präsentation zusammen mit den Gruppenmitgliedern auf den Schulhof gehen und die Aufgaben selbst ausprobieren.

Reflexion des Projekts

In der Reflexion sagten die Schüler, dass ihnen das Erstellen der Aufgaben Spaß gemacht hat. So konnten sie Gegenstände, die sie tagtäglich sehen, einmal genauer und aus einem anderen Blickwinkel unter die Lupe nehmen.

Das Projekt zeigt demnach, dass Schüler nicht nur als Aufgabenlöser, sondern auch als Aufgabenersteller tätig werden können. Dennoch betont Vera Korff, die Notwendigkeit, bei technischen Schwierigkeiten und Fehlerberechnungen als Projektleiter zu unterstützen, sodass es nicht zu Frustration und Überforderung kommt.

Bei dem anhaltenden sommerlichen Wetter ist es eigentlich kein Wunder, dass es die Mathtrailer nach draußen zieht. Wir freuen uns besonders darüber, dass in dieser Woche die 4000-Aufgaben-Grenze im Portal überschritten wurde.

Outdoor Mathematik mit MathCityMap rund um den Globus haben wir aktuell rund 1500 Usern zu verdanken. Zusammen wurden über 600 Routen in 17 verschiedenen Ländern angelegt. Beachtliche Anteile daran haben neben unseren internationalen Kooperationspartnern von MoMaTrE und dem MOOC der Universität Turin auch die vielen engagierten und motivierten Aufgabenersteller, die MathCityMap an ihrer Schule, Universität oder in ihrer Freizeit nutzen. An dieser Stelle vielen Dank!

Das Projekt hat damit eine wie wir finden tolle Entwicklung hingelegt und lässt uns bereits einige Zukunftspläne schmieden.

Wir freuen uns sehr, dass MathCityMap von der Deutschen Mathematiker Vereinigung (DMV) als „Mathemacher“ des Monats Juni ausgezeichnet wurde. Dabei werden besonderes Engagement und Kreativität im Einsatz und Umgang von Mathematik anerkannt. Für unser gesamtes Team ist diese Auszeichnung eine große Ehre, denn „Mathemacher“ würdigt genau das, was MathCityMap kennzeichnet – Mathematik in der Umwelt machen.

Auf der Seite der DMV gibt Matthias Ludwig einen Einblick in die Projektentwicklung sowie Ideen hinter MathCityMap. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen und danken für das Interview!

 

AllgemeinVeranstaltungen

Im Rahmen der East Asian Conference On Mathematics Education 8 (EARCOME8) war auch MathCityMap vertreten.

Mit mehr als 30 Teilnehmern fand am Mittwoch Nachmittag eine „Special Sharing Group“ statt, auf der interessierte Mathematikdidaktiker unmittelbare MCM Erfahrungen sammeln konnten. Zu Beginn zeigte sich noch die sprichwörtliche asiatische Zurückhaltung, aber nach der ersten gemeinsam gelösten Aufgabe gab es kein Halten mehr und es wurde fleißig gemessen, gezählt und gerechnet.

Der Trail findet sich hier.

Ebenfalls im Rahmen der Konferenz gab es zwei Vorträge von Hanna Gärtner und Joerg Zender von der Goethe Uni, die guten Anklang fanden. Joerg Zender stellte dabei die Ergebnisse aus den beiden jährlichen Nutzerbefragungen vor.

Auch in der Regionalausgabe der BILD Zeitung Stuttgart wurde über MathCityMap und die Eröffnung der MATHE.ENTDECKER Pfade rund um die Börse Stuttgart berichtet. In der Kategorie „Was uns freut“ heißt es:

So macht Lernen viel mehr Spaß. Gleich vier neue „Mathe.Entdecker Pfade“ gibt es jetzt rund um die Börse Stuttgart. In der MathCityMap-App verwandeln sich Objekte und Plätze in lebendige Matheaufgaben.

Diesem Statement können wir uns nur anschließen!

Bereits in der letzten Woche haben wir über die Eröffnung der MATHE.ENTDECKER Pfade rund um die Stuttgarter Börse berichtet. Wir freuen uns nun, dass auch in der Stuttgarter Zeitung in der Ausgabe vom 20.04.2018 über das Ereignis berichtet wurde und möchten Ihnen diesen Artikel nicht vorenthalten:

Abiturienten auf dem Mathepfad

Schule Schüler können mit einem Smartphone und entsprechender App bewaffnet in der Stadtpraktische Aufgaben lösen. Uli Meyer

Viele verschätzen sich. Konfrontiert mit der Frage, wie groß wohl ein Mensch wäre, der einen Kopf von der Größe der Skulptur des Denkers hat? Fünf Meter? Oder sechs? Nicht auf ihr Bauchgefühl oder eine vage Schätzung verlassen dürfen sich die 24 Schüler der Johann-Philipp-Palm-Schule. Sie müssen ein genaues Ergebnis errechnen. Mit Maßband und Taschenrechner rücken die Elftklässler des Schorndorfer Wirtschaftsgymnasiums an und beginnen ihre mathematischen Berechnungen. Der Mensch wäre übrigens knapp über zehn Meter groß, was die Schüler mithilfe einer App errechnen.

Interessiert beobachten Börse-Geschäftsführer Oliver Hans sowie Matthias Ludwig und Simone Jablonski von der Goethe-Universität Frankfurt das Geschehen, denn die angehenden Abiturienten sind die Ersten, die den sogenannten Mathe-Entdeckerpfad absolvieren. Rund um die Börse haben Ludwig und Jablonski mit ihren Mitarbeitern des Instituts für Didaktik der Mathematik und Informatik gleich vier solcher Pfade angelegt. Sie unterscheiden sich im Schwierigkeitsgrad, so dass auf die jeweiligen Altersstufen die angemessenen Herausforderungen warten.
Wie eben das Stahlrad und 14 weitere knifflige Aufgaben. “Die Math-Trail-Idee ist ja schon alt, wurde 1984 in Australien entwickelt. Unser neuer Ansatz dabei ist, dass wir es kombinieren mit einer App für Smartphones”, sagt Ludwig über das neue Angebot für Schulen, aber auch für den ganz privaten, individuellen Gebrauch.

Zusammen mit der Stiftung Rechnen, der die Börse Stuttgart als Gründungsmitglied angehört, hat Ludwigs Institut die Plattform MathCityMap entwickelt. Diese Internetseite wird in elf Sprachen betrieben, weil es längst ein internationales Projekt mit Partnern in mehreren Ländern geworden ist. “Weltweit haben wir 600 Trails mit rund 3000 einzelnen Aufgaben im System”, so Ludwig. Man stoße darauf “durch Kreativität und indem man mit offenen Augen durch die Welt geht”. Ein Umstand, der auch Oliver Hans wichtig ist: “Mathematik umgibt uns permanent im täglichen Leben.” Die Stiftung Rechnen möchte Menschen für Mathematik interessieren, Berührungsängste abbauen und Freude im Umgang mit Zahlen vermitteln. “Rechnen ist eine Kulturtechnik wie auch das Lesen”, sind sich Hans und Ludwig einig.

Nicht bei allen Schülern ist die totale Begeisterung ausgebrochen, als sie Stuttgarts ersten Mathe-Entdeckerpfad absolvieren. Aber für viele scheint diese praktische Anwendung mathematischer Gesetze interessanter als eine Mathe-Schulstunde. Ihr Lehrer Thomas Blum schaut seinen Schützlingen mit einem Schmunzeln im Gesicht zu, wie sie sich mit dem Stahlrad beschäftigen: “Sie müssen Prinzipien erarbeiten, wie sie zur Lösung kommen.” Der Lerneffekt sei so groß wie der Spaß.

Math City Map kann in App-Stores umsonst heruntergeladen werden.

Das MathCityMap Team bedankt sich bei unseren MoMaTrE Partnern aus Portugal für ein besonderes Outdoorevent mit MCM. Lesen Sie hier ihre Impressionen im folgenden Artikel von Amélia Caldeira and Ana Moura:

In die Matosinhos‘ Innenstadt, einer Stadt nahe Porto in Portugal hat am 23. März die Mathematik durch das Event „Matemática vai ao Jardim“ (Mathe geht in den Garten) Einzug gefunden. Diese Veranstaltung hat das Ziel die Mathematik zu würdigen, ebenso wie ihre Relevanz für das alltägliche Leben und die Bedeutung für die Gesellschaft. The Hauptidee dieser Veranstaltung war es, die mathematischen Fähigkeiten der SchülerInnen in der realen Welt einzusetzen.

In einer lustigen und innovativen Art beantworteten 170 SchülerInnen der Augusto Gomes Secondary School, ausgestattet mit einem Smartphone und der MathCityMap App, verschiedene mathematische Herausforderungen im und um den Garten Basílio Teles, in Matosinhos.

Es war ein Wettbewerb zwischen verschiedenen Gruppen bestehend aus drei und vier SchülerInnen. Alle profitierten von der Outdoor Aktivität: sie verließen das Schulgebäude, liefen umher und erkundeten Matosinhos.

Mit ihrem mathematischen Wissen lösten sie die vorbereiteten Aufgaben. Alle Aufgaben wurden auf das Wissensniveau der Gruppen abgestimmt. Dafür wurden drei Math Trails mit je fünf Aufgaben erstellt: eine Route für Klasse 7 und 8 SchülerInnen, eine Route für SchülerInnen von Klasse 9 und eine weitere Route für SchülerInnen der Klassen 10 bis 12.

Durch die MCM App konnten die SchülerInnen einen Spaziergang entlang einer Route machen und mathematische Probleme lösen, die sich auf die umliegende Umgebung beziehen. The SchülerInnen besuchten verschiedene Plätze Matosinhos‘, an denen man Mathematik in alltäglichen Situationen erfahren kann. Zum Beispiel eine Schaukel für Winkelberechnungen, eine Brücke um Flächeninhalte zu bestimmen, eine Gartenbank für Kombinatorik, …

Die Karte mit den 15 Aufgaben ist in Abbildung 1 zu sehen:

Abb.1 – Plätze der 15 Aufgaben

Am Ende wurde das beste Team für jede der drei Routenach dem Kritierium der meisten richtigen Antworten ausgewählt. Bei Gleichstand wurde die kürzeste Zeit berücksichtigt.

Sowohl SchülerInnen, als auch Lehrkräfte des Augusto Gomes hatten Spaß beim Event „Matemática vai ao Jardim“.

Abb.2 – SchülerInnen messen den Umfang einer Kugel

Sie können hier einen kurzen Videoreport ansehen (https://www.youtube.com/watch?v=Jr9XwMFfUnc&feature=youtu.be).

ISEP/P.Porto Team, das das Event organisiert und durchgeführt hat:

Amélia Caldeira, Ana Moura, Ana Júlia Viamonte, Isabel Figueiredo, Helena Brás, Alexandra Gavina und Alzira Faria.

MATHE.ENDTECKER ist ein Programm der Stiftung Rechnen in Kooperation der Goethe-Universität. MathCityMap der Arbeitsgruppe MATIS I bietet hier die technischen, didaktischen und pädagogischen Grundlagen für dieses besondere Programm .

Mit der Eröffnung der MATHE.ENTDECKER Pfade an der Börse Stuttgart durch Patrick Dewayne (Botschafter der Stiftung Rechnen), Dr. Oliver Hans (Chef der Börse Stuttgart) und Prof. Dr. Matthias Ludwig (Goethe- Universität, Arbeitsgruppe MATIS I) hat MCM ein neues Kapitel in Sachen Dissemination und Zusammenarbeit mit der Stiftung Rechnen und anderen Partner aufgeschlagen.

Dr. Oliver Hans, Dr. Marc Mehlhorn, Prof. Dr. Matthias Ludwig, Patrick Dewayne,  (c) Philipp Tonn

Am Donnerstag, den 12.04. konnte die 11. Klasse des Wirtschaftsgymnasiums aus Schorndorf als erste Gruppe einen der vier Mathe.Entdecker Pfade begehen. Das Echo war durchwegs positiv, gerade die Verbindung aus draußen sein, eigenständiges handeln, Mathe machen und mobiler Technologie fanden die Schüler super. Es ist nun geplant mit Unterstützung vom MathCityMap weitere Mathe.Entdecker Pfade in Schorndorf selbst anzulegen.

Schülerinnen und Schüler der Johann-Philipp-Palm-Schule Schorndorf
Schülerinnen und Schüler der Johann-Philipp-Palm-Schule Schorndorf

Das MCM Team in Frankfurt freut sich auf die neuen Aufgaben.

Symbolisches Banddurchschneiden vor der Skulptur „Denker“ am Börsenplatz Stuttgart. Von links nach rechts: Patrick Dewayne, Prof. Dr. Matthias Ludwig, Oliver Hans. Schülerinnen und Schüler der Johann-Philipp-Palm-Schule Schorndorf.

AllgemeinVeranstaltungen

Im Rahmen des 109. MNU Bundeskongresses konnte MCM in der bayrischen Landeshauptstadt eingesetzt und vorgestellt werden.

Iwan Gurjanow und Simone Jablonski präsentierten die MathCityMap Idee in einem Workshop, in dem die Lehrkräfte Aufgaben testen und selbst anlegen konnten. Den zugehörigen Trail an der TU München-Garching finden Sie hier.


Auch in Münchens Innenstadt wurden zahlreiche Aufgaben angelegt. Bei einer großen Auswahl an historischen Gebäuden und spannenden Objekten kann ein Trail angelegt werden, der durch vielfältige Aufgaben auffällt. Dieser wird demnächst in unserem Portal öffentlich gestellt.

Wir bedanken und bei den Veranstaltern und Teilnehmern für die aktive Mitarbeit und konstruktiven Gespräche. Dies war sicherlich nicht der letzte Besuch des MCM Teams in München!