Liina Shimakeleni, Mathematiklehrerin an der Omagongati Combined Schule in Namibia, erstellte mehrere themenbasierte Mathetrails, z.B. zum Volumen. In diesem Interview gibt uns Liina einen Einblick in die Nutzung von MathCityMap in Afrika. und spricht über ihre Erfahrungen mit dem MCM-System und die von ihr erstellten Trails.

Hallo Liina, lassen Sie uns mit unserer „klassischen“ ersten Frage beginnen: Wie haben Sie MathCityMap kennengelernt?

Ich bin Mathematiklehrerin an der Omagongati Combined und unterrichte seit acht Jahren an dieser Schule. Außerdem habe ich mich an der Universität Rhodos (Südafrika) eingeschrieben und mache nun einen Master in Mathematikunterricht. Als wir im vergangenen Jahr mit der Universität Okahandja, Namibia, besuchten, hielt Matthias Ludwig, Leiter des MathCityMap-Teams an der Goethe-Universität Frankfurt, einen Gastvortrag und stellte das MCM-Projekt vor.
Die MCM-Idee steht im Einklang mit meinem Forschungsgebiet, nämlich zu entdecken, wie Mathematik, die im Klassenzimmer gelernt wird und durch Aktivitäten im Freien mit dem wirklichen Leben verknüpft wird. Das passt natürlich hervorragend zu MathCityMap!

Was sind Ihre persönlichen Erfahrungen mit MathCityMap?

Meine allererste Begegnung war herausfordernd. Nach der Lösung von Aufgaben, die Matthias gestellt hatte, waren wir an der Reihe, unsere Aufgaben auf dem NIED-Campus in Okahandja zu stellen. Ich habe an diesem Tag keine Aufgabe gefunden, weil ich nicht irgendeine Mathematikaufgabe erstellen wollte, sondern eine Aufgabe, die auf den Unterrichtssoff, welchen ich mit meinen Schülerinnen und Schülern bearbeite, bezogen sein sollte. Das war am Anfang ganz schön knifflig!

Ihre Trails wurden im letzten Monat sehr oft heruntergeladen. Wie verwenden Sie MathCityMap? Bitte beschreiben Sie Ihre themenbezogenen Mathtrails.

Ich verwende MCM in meiner Forschung, um herauszufinden, wie Schüler der Klasse 9 Smartphones und Visualisierung verwenden, um das Messes zu erlernen.
Das Besondere an meinen Aufgaben ist, dass jeder Mathtrail jeweils nur aus Aufgaben zu einem einzigen Themengebiet (Umfang, Fläche und Volumen) stammen. In der Aufgabe „Volumen eines Tanks“ werden die Schülerinnen und Schüler beispielsweise aufgefordert, das Volumen eines alten Tanks auf dem Schulgelände zu berechnen, wo sie diesen Radius des Tanks nicht direkt messen konnten. Bei dieser Aufgabe müssen die Lernenden diese komplexe Aufgabe in einfachere Schritte umwandeln, indem sie den Radius vom Umfang ermitteln [C=2·π·r] und den Wert r verwenden, um das Volumen zu finden [V= π·r2·h].

Nun werfen wir einen Blick auf Liinas themenbasierte Mathtrails:

Name

Topic

Code

Number of Downloads

Omagongati Perimeter Trail

Umfang

132336

43

Omagongati Area Trail

Fläche

152516

18

Omagongati Volume Trail

Volumen

012527

71

Bitte beschreiben Sie den Schulhof von Omagongati Combined. Warum haben Sie diese Route geschaffen?

Omagongati ist eine ländliche Schule im nördlichen Teil Namibias. Die Schule mag nicht viele Gebäude und hochmoderne Strukturen haben, aber das Wenige, das wir haben, ist es sicher wert, etwas Mathematik zu entdecken. Das Durchführen eines MCM-Trails ermöglicht es den Lernenden, die Grenzen des Klassenzimmers zu verlassen und sich an praktischen Messaktivitäten zu beteiligen. Das Smartphone kann zur Erstellung von Lernaufgaben verwendet werden, die gemeinsam genutzt, in Gruppen gelöst, veröffentlicht und verwendet werden können, um Diskussionen zwischen den Nutzern, in meinem Fall den Lernenden, anzuregen.

Haben Sie noch weitere Anmerkungen zu MathCityMap?

Lernen zum Verstehen erfordert Aktivität, menschliche Interaktion mit der Lernumgebung. Die Verwendung von Smartphones, von denen bisher abgeraten wurde, kann als Lernmittel nützlich sein, um die Lernerfahrung junger Menschen zu verbessern, insbesondere in einer Zeit, die eine ständige Auseinandersetzung mit der Mobiltechnologie erfordert. Daher bin ich sehr froh, das MathCityMap-Projekt kennengelernt zu haben.

Matthias Ludwig stellt das MathCityMap-Projekt in Namibia vor!

An der J.G. Van der Wath Secondary School wurden in den vergangenen Tagen im Rahmen einer Lehrerfortbildung einige MathCityMap-Aufgaben erstellt und anschließend von den LehrerInnen getestet. So entstand beispielsweise die Aufgabe „The tire“ (dt.: der Reifen), bei welcher die Lernenden den Umfang eines im Boden versenkten Autoreifens ermitteln sollen.

Da sich die Teilnehmer der Fortbildung von MathCityMap begeistert zeigten, können wir uns auf viele weitere Aufgaben aus Okahandja freuen!

Bilder und weitere Informationen zu Matthias Ludwigs Reise nach Namibia finden Sie auf der MCM-Twitter-Seite.

In der Woche vom 17.07. 22.07. wurde MathCityMap am National Institute for Educational Development in Okahandja einer ausgewählten Gruppe von Doktoranden und Masterstudierenden aus ganz Namibia vorgestellt und dabei natürlich nach besonderen Aufgaben Ausschau gehalten. Eine davon  dreht sich um den Camel Thorn Tree

und die andere um den namibischen Wüstenkaktus.

 

Das Interese an den mobilen Mathtrails war sehr groß und es wurden auch fleißig Aufgaben gefunden und angelegt.  Wir sind gespannt, ob weitere in ganz Namibia folgen