Die Lehramtsstudentin Jill Groos hat in Stadtbredimus, Luxemburg, die Aufgabe „Ahoi Matrosen!“ erstellt, welche wir heute als neue Aufgabe der Woche präsentieren möchten. Im Interview erläutert uns Jill Groos, wie die Aufgabe gelöst werden kann und gibt uns Einblicke in ihr Lehramtsstudium.

Wie sind Sie auf das MathCityMap-Projekt gestoßen?

Ich bin Studentin an der Universität Luxemburg im Bachelor für Lehramt. Das MathyCityMap-Projekt wurde mir von unseren Professoren an der Universität vorgestellt. Im Sommersemester war es im Fach „Didaktik der Mathematik“ unsere Semesterarbeit mit MathCityMap einen Mathtrail zu gestalten.

MathCityMap gefällt mir vom Aufbau und vom Konzept her sehr gut. Ich finde, dass es ein tolles Material für Lehrkräfte in allen Stufen ist.

Beschreiben Sie Ihre Aufgabe. Wie kann diese gelöst werden?

In meiner Aufgabe geht es darum, dass Erst- und Zweitklässler ein Papierboot bauen sollen. Anschließend wird das Boot auf der einen Seite der Brücke ins Wasser gelassen und dir Schüler sollen zählen, wie lange das Boot braucht um auf der anderen Seite der Brücke hervorzukommen. Die Aufgabe wird durch Zählen gelöst, genauer gesagt durch das Sekundenzählen.

Welche didaktischen Ziele verfolgen Sie mit der Aufgabenstellung?

Die didaktischen Ziele dieser Aufgabenstellung befinden sich in den Bereichen des Zählenlernens, Problemlösens und des Lernens der Zeit. Es kommt darauf an, dass die Kinder eine Lösung für ein bestehendes Problem austüfteln können, lernen wie man Sekunden zählt und insgesamt lernen zu zählen.

Die heutige Aufgabe der Woche führt nach Münster und beinhaltet eine Fragestellung aus der Wahrscheinlichkeitsrechnung.


Aufgabe: Rot oder Grün? (Aufgabennummer: 428)

Die Stadt Münster versucht alles, um den Straßenverkehr so reibungslos wie möglich zu gestalten. Es gibt sogar eine Ampel-Hotline, bei der man Verbesserungsvorschläge äußern kann. Trotz all der guten Planung steht man als Fußgänger immer wieder vor einer roten Ampel. Häufig fallen einem eher die roten und weniger die grünen Ampeln auf. Schätze, wie oft eine Ampel „Grün“ zeigt, wenn man 100 Mal an der Ampel vorbeikommt.


Um die Aufgabe zu lösen, sollten die SchülerInnen zunächst die Dauer einer Grünphase, sowie die einer Rotphase messen. Die Dauer einer Gesamtphase ergibt sich dann über die Länge einer Grün- und einer Rotphase. Um die Wahrscheinlichkeit zu bestimmen bei Grün an die Ampel zu kommen, teilt man die Dauer der Grünphase durch die Dauer eines kompletten Ampeldurchlaufs. Anschließend kann der Erwartungswert bei 100maligem Vorbeikommen gebildet werden.

Dieser Lösungsweg führt zu einer theoretischen Lösung, die jedoch kritisch hinterfragt werden sollte. Je nach Ampelschaltung und eventuell vorher überquerten Ampeln kann das Ergebnis, sowie die Zufälligkeit des Ankommens beeinflusst werden. Nichtsdestotrotz ist die Aufgabe eine gelungene Anwendung der Wahrscheinlichkeitsrechnung im Alltag und kann mit ersten Erarbeitungen des Wahrscheinlichkeitsbegriffs eingesetzt werden.