Liebe Nutzer*innen von MathCityMap,

das Jahr 2021 neigt sich nun langsam dem Ende zu und obwohl vieles auch in diesem Jahr wieder für viele nicht so gelaufen ist wie gehofft, gab es hier bei MathCityMap viele positive Ereignisse und Entwicklungen. Mit dem Jahreswechsel und den Festtagen in Sicht ist nun der richtige Zeitpunkt für einen kurzen Rückblick gekommen:

  • Über 12.000 neue Aufgaben wurden in diesem Jahr im System angelegt, sodass wir nun insgesamt über 30.000 Aufgaben im MathCityMap-Portal zählen, von welchen ca. 10.500 Aufgaben veröffentlicht sind. Die Anzahl an erstellten Aufgaben hat sich also innerhalb des letzten Jahres nahezu verdoppelt!
  • Insgesamt wurden in 2021 32.000 Mathtrails gedownloadet. Zusätzlich wurden 1.300 Digitale Klassenzimmer mit insgesamt ca. 8.800 Teilnehmenden durchgeführt und es wurden fast 3.500 Badges an MCM-Autoren vergeben.
  • Ebenfalls konnten wir einen starken Anstieg der registrierten Nutzer*innen verzeichnen: Ca. 3.800 neue MathCityMap-User haben sich im System angemeldet, womit die MCM-Community auf nun 10.000 Mitglieder angewachsen ist.
  • Doch nicht nur die MCM-Community wuchs kräftig an, auch unser Team konnte einige Neuzugänge verzeichnen. Wir freuen uns sehr darüber, dass wir Tim Läufer, Jos Fabiunke, Rebecca Stäter und Philipp Larmann bei uns begrüßen durften. Außerdem konnten Iwan Gurjanow und Simone Jablonski ihre Promotion erfolgreich abschließen.
  • Auch unser Erasmus+Projekt MaSCE³ (Math Trails in School, Curriculum and Educational Environments of Europe) wird erfolgreich weitergeführt. Wir danken hierfür auch insbesondere unseren europäischen Partnern aus Portugal, Frankreich, Estland und Spanien. Im Besonderen ist hier der MOOC (Massive Open Online Course) zu nennen, der im Frühjahr des Jahres stattfand. Eine sehr erfolgreiche Online-Fortbildungsreihe, in der über 100 Lehrkräfte aus aller Welt zu echten MathCityMap-Expert*innen ausgebildet wurden.
  • Generell gab es in diesem Jahr wieder viele internationale Veranstaltungen mit MCM. Von Mathtrailevents in Santander (Spanien) über Vorträge auf internationalen Konferenzen wie der PME oder der ICTMT bis hin zu Lehrkräftefortbildungen in Portugal, Spanien und Indonesien war wieder eine Vielzahl von Aktivitäten dabei, die MathCityMap Forschenden, Lehrkräften und Schüler*innen näher brachten.
  • Ebenfalls im Rahmen des MaSCE³-Projektes konnten wir das erste Mal den offiziellen Titel „MathCityMap-Partnerschule“ vergeben. Das Gymnasium Trudering durchlief hierfür erfolgreich den Bewerbungsprozess  und kann nun von unserem internationalen Netzwerk im besonderen Maß profitieren. Zusätzlich gab es für die Schüler*innen noch ein Paket mit Vermessungsinstrumenten für die Bearbeitung von Mathtrails im Unterricht.
  • Im Bereich der virtuellen Lehre bzw. des Distance-Learning hat sich ebenfalls viel getan. Das Konzept von MCM@Home wurde im vergangenen Jahr unermüdlich weiterentwickelt und wir freuen uns sehr darüber, dass mit ASYMPTOTE ein eigenständiges System entsteht, welches schon im Frühjahr 2022 nutzbar sein wird.

Gerade auch trotz der pandemiebedingten Einschränkungen in diesem Jahr sind wir umso mehr begeistert von den fantastischen und aufregenden Weiterentwicklungen des MCM-Systems und nicht zuletzt der Community. Ohne Ihre Freude am Entdecken und Erstellen von neuen Aufgaben und Mathtrails wäre dieses Projekt niemals dort wo es jetzt ist und deswegen möchten wir diese Gelegenheit auch nutzen um Ihnen allen Danke zu sagen. Vielen Dank, dass Sie dieses digitale System für die Schulpraxis immer wieder neu mit Leben füllen und in Ihr Umfeld weitertragen.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Jahr 2022. Wir freuen uns schon, viele neue Mitglieder in der MCM-Community begrüßen zu dürfen und neue, spannende Aufgaben in aller Welt entdecken zu können. Bleiben Sie auch weiterhin gesund!

Ihr MathCityMap-Team Frankfurt

In dieser Woche möchten wir Ihnen in der Rubrik Aufgabe der Woche gleich eine ganze Reihe von Aufgaben vorstellen. Mathias Bärtl, Professor an der Hochschule Offenburg, ist auf MathCityMap aufmerksam geworden und hat das System für Studierende seiner Statistikvorlesung angepasst, beispielsweise in der Aufgabe „Werbeflächen in der U-Bahn“.


Aufgabe: Werbeflächen in der U-Bahn

ONE STEP AHEAD Fitness möchte Messebesucher vor allen anderen auf sich aufmerksam machen und eine Werbefläche an der Haltestelle „U2 Messehallen“ anbringen, an der Rolltreppe zur „Karolinenstraße – Marktstraße – Hamburg Messe“. Würde sich das rentieren? Nehmen wir an, dass sich eine Flächenwerbung im Durchschnitt 25 Sekunden im Sichtbereich eines Menschen befinden muss, bevor er sie wahrnimmt, und dass dieser Sichtbereich hier zwischen dem ersten und vorletzten Nothalt-Griff liegt. Berechnen Sie die Wahrscheinlichkeit, mit der dann ein ankommender Besucher unsere Werbung bemerken würde! Geben Sie das Ergebnis als ganze Prozentzahl an (also z.B. 25, wenn Ihre Berechnung 0,252 ergeben sollte).


Mithilfe der Rolltreppengeschwindigkeiten und der Expontentialverteilung als Verteilungsfunktion können die Studierenden die Aufgabe lösen. Im Interview gibt Mathias Bärtl selber einen Einblick hinter die Idee MathCityMap für Studierende zu nutzen.

  1. In welchem Kontext haben Sie MathCityMap eingesetzt? Wie sind Sie auf das Projekt aufmerksam geworden?

Die MathCityMap habe ich im März 2018 auf der gemeinsamen Jahrestagung der GDMV in Paderborn kennengelernt. Allerdings wie so oft nicht in einer Veranstaltung, sondern in einem beiläufigen Gespräch mit dem Erfinder der App im Bus zur Tagungsstätte. Die Kombination aus digitalen Medien, Stadterkundung und Arbeit im Team an konkreten Objekten hat mich sofort begeistert. Ich konnte mir gut vorstellen, dass sich auch Studierende von der App angesprochen fühlen, wenn man sie mit etwas anspruchsvolleren Aufgaben herausfordert. Für mich eröffnet sich damit eine gute Möglichkeit, Inhalte der Statistik-Vorlesung in praktischen Situationen und motivierender Umgebung anwenden zu lassen.

  1. Welche Inhalte und Kompetenzen kommen in Ihrem Trail vor? Welche Zielgruppe wird angesprochen?

Der Trail versetzt die Teilnehmer – Studierende wirtschaftsbezogener Fächer – in die Situation eines Projektmanagers, der die Markteinführung von Fitnessgeräten vorbereiten soll. Hierzu müssen verschiedene Orte Hamburgs aufgesucht und unter bestimmten Fragestellungen analysiert werden. Mein Augenmerk bei der Entwicklung lag darauf, Inhalte der Statistikveranstaltung aufzugreifen und in eine in sich stimmige Gesamtgeschichte einzubetten, die gleichzeitig die Erkundung spannender Orte verlangt. Ich habe daher zugegebenermaßen nicht primär mit der Definition gewünschter Kompetenzen begonnen. Letztlich sind die entwickelten Aufgaben aber der mathematischen Modellierung und Lösung zuzuordnen. Inhaltlich werden die Bereiche Wahrscheinlichkeitsrechnung, Schätzen und Testen, aber auch Korrelation und Regression abgedeckt.

  1. Haben Sie den Trail bereits getestet und Feedback erhalten?

Ich habe einen Testlauf mit zwei Studierenden durchgeführt. Dabei ging es mir um ein Erproben der Verständlichkeit und Machbarkeit der Einzelaufgaben sowie eine Prüfung des zeitlichen Ansatzes. Als Test unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten kann man das natürlich nicht werten. Die beiden Teilnehmer waren extrem motiviert und Feedback wie „Es hat richtig viel Spaß gemacht! Ich denke, dass es bei Studenten einen positiven Eindruck hinterlassen wird.“ verspricht, dass die Idee auch im größeren Stil gut ankommen wird. Ich freue mich jedenfalls darauf, das Ganze zukünftig als Wahlpflichtfach mit Exkursion anzubieten.

Wir danken für das Interview und die tolle Umsetzung der MathCityMap Idee in neuem Kontext.