Der Trail des Monats kommt im November aus der Hauptstadt Niedersachsens. Die Referendarin Franziska Hormann legte in Hannover den Trail „Kreisen und Körpern auf der Spur in Hannover“ an, der in der MCM-App unter dem Code 386349 abgerufen werden kann. Im Webportal ist er hier verfügbar.

Auf diesem Mathtrail finden sich insgesamt neun Aufgaben, die an den Gebäuden und künstlerischen Skulpturen der Innenstadt Hannovers implementiert sind.

 

Wie sind Sie auf das MathCityMap-Projekt gestoßen?

Als ehemalige Studentin der Goethe Universität durfte ich MCM bereits während des Studiums im Modul Oberstufendidaktik kennenlernen und dort auch erste Aufgaben konzipieren. In Frankfurt ist die App entsprechend verbreitet und so war ich erstaunt, dass es in Hannover, wo ich momentan mein Referendariat absolviere, nur wenige MCM-Pfade gibt und das Projekt unter Lehrkräften oder bei uns im Studienseminar kaum bekannt war. Entsprechend groß war allerdings auch mein Interesse, es in meiner Heimatregion zu teilen und zu verbreiten, zumal die schöne Altstadt von Hannover ausreichend Gelegenheit zum Anwenden von Mathematik bietet…

 

Beschreiben Sie bitte Ihren Mathtrail.

Der Mathtrail ist speziell für das Thema der Kreis- und Körperberechnung konzipiert, welches in Niedersachsen im 10. Jahrgang unterrichtet wird. Auf einem Rundweg durch die Altstadt vorbei an bekannten Orten wie dem Neuen Rathaus, der Markthalle und -kirche oder dem Ballhof können die Schülerinnen und Schüler ihr Wissen zum Umfang und Flächeninhalt von Kreisen, Oberfläche und Volumen von Zylindern und Kugeln anwenden und an authentischen Fragestellungen erproben.
Besonders geeignet ist der Trail am Ende der Einheit, wenn bereits alle Formeln bekannt sind und die eingekleideten Aufgaben aus dem Buch ausgedient haben. Ich selbst habe ihn im Rahmen eines Projekttages mit einer 10. Klasse erprobt und da das Thema in Niedersachsen meist zu Schuljahresende unterrichtet wird, lohnt ein solcher Projekttag vor den Ferien besonders, um einerseits an einem außerschulischen Lernort Mathematik in der uns umgebenden Welt zu betreiben und andererseits eine Alternative zu dem alljährlichen Filmegucken in den letzten Wochen zu bieten.

 

Wie nutzen Sie MCM und warum?

Da ich mich noch am Anfang meines Berufslebens befinde, habe ich bis dato MCM nur bei diesem konkreten Pfad in der besagten 10. Klasse eingesetzt. Meines Erachtens nach eignet sich MCM besonders (aber nicht nur) für Themen der Geometrie, in denen ich es auch in anderen Jahrgangsstufen gerne wieder einsetzen werde. Zum einen bereitet es als Lehrkraft selbst Freude, die Aufgaben zu konzipieren und mit einem anderen Blick alt Bekanntes neu zu entdecken. Durch die Möglichkeit, die Pfade zu veröffentlichen, können zudem auch andere Lehrkräfte von den Bemühungen profitieren. Zum anderen empfinde ich es als wichtig, Mathematik in möglichst authentischen Zusammenhängen in der Realität zu erleben, selbst aktiv zu werden und knobeln zu müssen. MCM kann all dies ermöglichen mit gut gestellten Aufgaben, wobei die Gruppen sich abstimmen und gemeinsam heuristische Strategien zur Lösungsberechnung finden müssen, was zudem ihre Teamfähigkeit fördert.
Nicht zuletzt sind außerschulische Lernorte im Fach Mathematik rar. MCM ermöglicht es unabhängig von der Nähe zu Einrichtigungen wie dem Mathematikum in Gießen etc. einen außerschulischen Lernort zu gestalten, der sich mit überschaubarem Aufwand dem eigenen Unterricht anpasst und somit Mathematik anders erfahrbar zu machen.

 

Beschreiben Sie Ihre Lieblingsaufgabe des Trails. Wie kann diese gelöst werden?

Ich finde, dass alle Aufgaben ihren Reiz haben und mal weniger mal mehr Modellierungskompetenz fordern. Die Startaufgabe des Trails mit dem Hase-Brunnen gefällt mir beispielsweise gut, weil man in der wunderschönen Backsteinkulisse zwischen Altem Rathaus und Marktkirche dieses historische Bauwerk erst einmal vereinfacht als Zylinder wahrnehmen muss und über verschiedene Wege, den Umfang des Beckens oder den zum Teil geschätzten Radius, zur Bestimmung des Wasservolumens kommt, wobei am Ende auch die richtige Einheit nicht vernachlässigt werden darf. Bei dieser Aufgabe muss man auch die Traute haben, den Zollstock einmal richtig ins Wasser zu halten.
Mir gefallen Aufgaben, bei denen die Lösung nicht direkt auf der Hand liegt und etwas geknobelt werden muss ohne allerdings Frust zu steigern. Deswegen sollte auch immer das Lösungsintervall nicht zu klein gewählt werden, was ich bei der Erprobung auch selbst lernen durfte.

Vom 9. September bis zum 8. Oktober konnten wir gemeinsam mit der Simon Fraser University in Vancouver, Kanada ein neues Projekt zu Outdoor Mathematik und MathCityMap durchführen. Bei einem Besuch der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Nathalie Sinclair haben wir uns der Forschung zu Embodiment und Gesten beim Ablaufen eines Mathtrails gewidmet: Wenn Schülerinnen und Schüler am realen Objekt arbeiten, dann scheint es naheliegend, dass sie mit dem Objekt interagieren und mathematische Konzepte durch Gesten beschreiben.

 

 

Zu Beginn wurde der Campus der SFU in den Blick genommen, wobei wir nicht lange nach geeigneten Aufgaben suchen mussten! Nicht nur die Pyramide ist wie für MCM gemacht! Im Rahmen einer Fortbildung mit 20 Lehrkräften konnten die Aufgaben dann auch direkt getestet werden. Anschließend wurden fünf Gruppen dabei gefilmt, wie sie die Aufgaben lösen. In der Auswertung werden wir dann insbesondere betrachten, an welchen Stellen und mit welcher Funktion verschiedene Gesten eingesetzt wurden. Diese Ergebnisse werden von uns für die nächste PME-Konferenz (2022 in Valencia) eingereicht.

Natürlich haben wir es uns nicht nehmen lassen, auch in Vancouvers Innenstadt einige Trails anzulegen – sowohl die Waterfront-Station als auch der Stanleypark waren ideale Adressen für unsere ersten „Canadian Math Trails“.

 

 

Die Studie und der damit einhergehende Forschungsaufenthalt werden vom DAAD und dem BMBF im Rahmen des Projektbezogenen Personenaustausch (PPP) Kanada gefördert.

AllgemeinVeranstaltungen

Im Rahmen des 109. MNU Bundeskongresses konnte MCM in der bayrischen Landeshauptstadt eingesetzt und vorgestellt werden.

Iwan Gurjanow und Simone Jablonski präsentierten die MathCityMap Idee in einem Workshop, in dem die Lehrkräfte Aufgaben testen und selbst anlegen konnten. Den zugehörigen Trail an der TU München-Garching finden Sie hier.


Auch in Münchens Innenstadt wurden zahlreiche Aufgaben angelegt. Bei einer großen Auswahl an historischen Gebäuden und spannenden Objekten kann ein Trail angelegt werden, der durch vielfältige Aufgaben auffällt. Dieser wird demnächst in unserem Portal öffentlich gestellt.

Wir bedanken und bei den Veranstaltern und Teilnehmern für die aktive Mitarbeit und konstruktiven Gespräche. Dies war sicherlich nicht der letzte Besuch des MCM Teams in München!

AllgemeinMathTrailsVeranstaltungen

Im Rahmen der gemeinsamen Tagung von GDM und DMV in Paderborn vom 05.03. – 09.03.2018 konnte MathCityMap in vielfältiger Weise präsentiert werden.

Den Beginn machte Matthias Ludwig am 06.03. mit einem Vortrag über das Erasmus+ Projekt MoMaTrE (Mobile Math Trails in Europe), in dem die Kooperationspartner und Ziele auf internationaler Ebene vorgestellt wurden. Am 08.03. präsentierte Iwan Gurjanow seine Forschungsergebnisse im Bereich Motivation und Gamification (Punkte und Leaderboard) beim Laufen eines Math Trails. Ergänzend betrachtete Joerg Zender die Math Trail Idee aus Sicht der Leistung und konnte am 09.03. mit seinen Ergebnissen diesbezüglich spannende Diskussionen hervorrufen.

Ein besonderes Highlight für das gesamte Team ist der Gewinn eines Preises von Daniel Birnbaum und Matthias Ludwig bei der Postersession. Auf dem Poster wurde die zukunftsweisende Technologie Augmented Reality vorgestellt sowie erste Ideen diese in den Unterricht und bei MCM einzusetzen.

Während der gesamten Konferenz hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, einen Trail in der Innenstadt in Paderborn zu testen. Wir haben uns dies natürlich auch nicht entgehen lassen und sind den Trail aus der Perspektive der Aufgabenlöser mit viel Spaß und Ehrgeiz abgelaufen.

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Max Hoffmann und die Schüler des Pelizaeus-Gymnasium für das Erstellen der Aufgaben! Ebenso möchten wir uns bei allen Interessierten am Projekt für die anregenden Fragen und Gespräche bedanken.

 

 

Anfang des Jahres konnte MCM erfolgreich in Mumbai präsentiert werden. In diesem Rahmen wurde selbstverständlich auch gleich der erste indische Math Trail angelegt, aus dem unsere akutelle Aufgabe der Woche stammt.


Aufgabe: Rasenfläche (Aufgabennummer: 2459)

Bestimme den Flächeninhalt der Rasenfläche. Gib das Ergebnis in m² an.


Zunächst muss ein mathematisches Modell gefunden werden, dass die Rasenfläche bestmöglich repräsentiert. Dies gelingt am besten, indem die Gesamtfläche in mehrere Einzelflächen aufgeteilt wird. Naheliegend ist dabei die Aufteilung in zwei Halbkreise und ein Rechteck. Dafür müssen die Rechtecksseitenlängen sowie der Kreisradius gemessen, die Flächen berechnet sowie alle Teilflächen addiert werden.

Die Aufgabe dem Themenkomplex zusammengesetzten Flächen zuzuordnen, wobei Berechnungen am Kreis schon bekannt sein müssen, um die Aufgabe möglichst exakt zu lösen. Im deutschen Schulsystem wäre sie demnach ab Klasse 8 lösbar.

Am 14.11.2017 haben Iwan Gurjanow und Simone Jablonski MathCityMap im Rahmen einer internen Fortbildung an der Werner-von-Siemens-Schule in Wetzlar präsentiert. Zunächst wurde den TeilnehmerInnen die theoretische Grundlage zu Math Trails sowie das MCM Konzept präsentiert. Mithilfe der Kriterien für gute MCM Aufgaben wurden die TeilnehmerInnen anschließend selbst aktiv und sichteten das Schulgelände für mögliche Aufgaben. Nach einem Perspektivenwechsel lernten die TeilnehmerInnen dann noch die App mithilfe eines auf dem Schulhof angelegten Trails – bestehend aus vielfältigen geometrischen Problemstellungen – kennen. Als Endprodukt der Veranstaltungen konnten die TeilnehmerInnen ihre eigenen Aufgaben im Portal anlegen und zu einem Trail rund um die Schule zusammenfassen.

Wir danken den TeilnehmerInnen für Ihre Mitarbeit und Rückmeldung und freuen uns auf zahlreiche MCM Aufgaben im Raum Wetzlar.

Haben auch Sie Interesse an einer MCM Fortbildung? Nehmen Sie Kontakt mit uns auf!

Anlässlich der Hamburger Stiftungstage 2017 wurden im Auftrag der Stiftung Rechnen  im Stadtteil Wilhelmsburg zahlreiche MCM Aufgaben angelegt und zu abwechslungsreichen Trails für Familien und Schulklassen der Jahrgangsstufen 3 bis 9 zusammengefasst.

Im Rahmen der Eröffnung der Trails wurden die Aufgaben von Hamburger Schülern und Pressevertretern ausprobiert, wobei Iwan Gurjanow den Teilnehmern vor Ort das MCM Konzept präsentieren konnte.

(c) Stiftung Rechnen

Auf dem nächsten Bild sieht man eine Schülergruppe, die die Aufgabe Schultüte löst.

(c) Stiftung Rechnen

Die Resonanz in der Presse, z.B. im Hamburger Abendblatt sowie in den Regionalausgaben der Bild und SAT 1, ist durchweg positiv und macht deutlich: MCM überzeugt Lehrkräfte und Schüler durch authentische Aufgaben, den Einsatz von modernen Medien und die Praktikabilität von „outdoor mathematics“.

Wir freuen uns über das sehr positive Feedback und hoffen, dass durch das Weiterbestehen der Trails Spaß und Neugier an MCM bei vielen Nutzern geweckt wird.

Die MathCityMap Idee lebt von seinen aktiven Nutzern und Aufgabenerstellern an verschiedensten Orten. Wir möchten heute einen neuen Trail an der Universität Heidelberg vorstellen, den Herr Niccolò Rigi-Luperti dort erstellt hat. In einem kurzen Interview, für das er dankenswerter Weise zur Verfügung stand, möchten wir ihn dafür selbst zu Wort kommen lassen und einen Einblick in die Hintergründe zur Trailerstellung ermöglichen.

  1. Wie sind Sie auf MathCityMap aufmerksam geworden?

Über meinen Job als wissenschaftliche Hilfskraft beim Projekt „MINTmachen!“. Dort bringen wir Schülerinnen und Schülern MINT-Fächer näher, durch z.B. Ferienkurse, Workshops beim Girls-Day oder mögliche BOGY-Aufenthalte an der Uni (http://www.mintmachen.de/). Mein Vorgesetzter (Dr. Michael Winckler) hatte von MathCityMap erfahren und mir den Auftrag gegeben, die App kennenzulernen, um zu schauen ob und wie wir sie in unsere Arbeit einbinden können.

  1. Wie kam Ihnen die Idee einen eigenen Trail anzulegen? Haben Sie diesen für einen bestimmten Anlass bzw. eine bestimmte Zielgruppe angelegt?

Es schien mir der beste Weg, um ein Gefühl für die App und das Aufgabenstellen zu bekommen. Bei der Zielgruppe hatte ich am ehesten an Mathe-Physik-Informatik-Erstsemester gedacht, die in den Einführungstagen zum gegenseitigen Kennenlernen oft kleine Gruppenaufgaben lösen sollen. Diesen Zweck würde so ein Trail meiner Meinung nach sehr gut erfüllen, insbesondere weil sie dabei gemeinsam Mathe machen und auch verschiedene Orte des Campus zu Gesicht bekommen.

  1. Welche mathematischen Inhalte und Kompetenzen werden in Ihrem Trail benötigt?

In der Reihenfolge der vier Aufgaben: Einfache Wahrscheinlichkeitsrechnung, präzises Abzählen von Objekten, Trigonometrie und potentielle & kinetischer Energie, Kombinatorik.

  1. Welche der Aufgaben ist Ihre „Lieblingsaufgabe“ und warum?

Die dritte Aufgabe, „Rollstuhlfahrer„. Ich finde die Vorstellung schön, die Schräge über einem als große Beschleunigungsrampe aufzufassen. Es ist die einzige physikalische Aufgabe, und sie lässt sich auf verschiedene Weisen lösen, die aber unterschiedlich schwer sind. Am einfachsten macht man es sich wenn man auf Energieerhaltung kommt, damit löst man das Problem ziemlich effizient, es ist sind dann nur wenige Zeilen Umformungen nötig sowie eine einzige Längenmessung.