Das Erstellen eines Mathtrails ist zu aufwendig? Zu zeitraubend? Zu kompliziert? Wir beweisen das Gegenteil! Mit dem Aufgaben-Wizard können Aufgaben wie von Zauberhand erstellt werden. Wie das Tool funktioniert, stellen wir im Folgenden vor.

Notiz: Die folgende Beschreibung zum Aufgaben-Wizard erschien im August unter dem Titel „Mathe draußen: MathCityMap“ in der Fachzeitschrift mathematik lehren 2019 (215), S. 29-32.

Wizard-Aufgaben als mathematische „Standardsituationen“:

In jeder Stadt gibt es Treppen, Gebäude, Rampen und viele weitere immer wiederkehrende Objekte, an denen man aktiv Mathematik betreiben kann. An diesen Objekten haben wir „standardisierte“ Aufgaben wie beispielsweite die Bestimmung der Steigung einer Rampe oder die Berechnung des Gewichts eines quaderförmigen Steins im Webportal vorbereitet. Wir sprechen in diesem Zusammenhang von sogenannten „Generic Tasks“ oder auch „Blaupausenaufgaben“. Es handelt sich um didaktisch ausgearbeitete Vorlagen für vielfältige Aufgabenstellungen zu Themen der Kombinatorik, Algebra (Funktionen) und Geometrie. 

Ein Beispiel – Geschwindigkeit der Rolltreppe: 

Das Wizard-Prinzip wird am Beispiel der Aufgabe “Geschwindigkeit der Rolltreppe“ (Abb. 1) deutlich. Europäische Rolltreppen besitzen genormte Geschwindigkeiten (EN 115). Sie eignen sich daher insbesondere, um das Konzept der Geschwindigkeit im wahrsten Sinne zu erfahren und zu erleben. Man bewegt sich mit konstanter Geschwindigkeit entlang einer geraden Strecke. Der Aufgabenersteller benötigt für das Anlegen der Aufgabe lediglich die beiden Messwerte für benötigte Zeit und Länge der Treppe (Abb. 2).

Durch Eingabe in die Vorlage im Aufgaben-Wizard des Portals erstellt das System wie von Zauberhand eine MCM-Aufgabe, die nur noch durch ein Foto vom Objekt und die Aufgabenposition ergänzt werden muss.

Aufgabenstellung, Musterlösung, sowie eventuell notwendige Intervall-Berechnung und Hinweise werden automatisch vom Aufgaben-Wizard generiert, können aber, falls gewünscht, an die individuelle Situation oder die individuelle Lerngruppe und ihr Vorwissen angepasst werden.

Zusammenfassung & Schritt-für-Schritt-Anleitung:

Mit dem Wizard stellen wir allen Nutzern ein Tool zur Verfügung, wodurch „Generic Tasks“ bzw. „Blaupausenaufgaben schnell erstellt werden können. Die Erstellung von Wizard-Aufgaben erfolgt folgendermaßen:

  1. Aufrufen des Reiters „Neue Aufgabe“ im MathCityMap-Portal.
  2. „Wizard-Aufgabe“ auswählen – der Wizard öffnet sich.
  3. Art der gewünschten Wizard-Aufgabe auswählen (z.B. Geschwindigkeit – Rolltreppe – Geschwindigkeit in m/s) und erhobene Messwerte
  4. Aufgabenbild auswählen und ggf. Geoposition bestimmen. Fertig!

Wir wünschen allen Nutzern viel Spaß beim Ausprobieren!

Mathe ist langweilig, unverständlich und total kompliziert? Wir beweisen das Gegenteil!

Der Mathtrail „Land der Ideen WI-kurz“ zeigt, wo wir alltäglich in unserer Umwelt mit Mathematik konfrontiert sind. Durch genaues Beobachten, Zählen und Messen können die Aufgaben bereits von Schülerinnen und Schüler ab der 6. Klasse gelöst werden. So fragen wir beispielsweise, wie viele kreisrunde Fenster an der Fassade der Marktkirche zu entdecken sind, in welche Himmelsrichtung die Statue Wilhelm I. blickt oder wie oft sich eine Werbesäule pro Tag dreht.

Auch wer eine schwierige Herausforderung sucht, wird nicht enttäuscht: In unmittelbarer Nähe haben wir den Trail „Land der Ideen WI-lang“ angelegt, welcher für Schülerinnen und Schüler ab der 9. Klasse geeignet ist.

Wir wünschen viel Spaß beim Ausprobieren der Trails, welche wir zur Ausstellung des „Land der Ideen“-Wettbewerbs in Wiesbaden erstellt haben.

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Das MathCityMap-Projekt wurde 2019 vom „Land der Ideen“-Wettbewerb ausgezeichnet! Die zehn Preisträger werden aktuell in einer Ausstellung in einer Filiale der Deutschen Bank (Wilhelmstraße 20-22) in Wiesbaden vorgestellt.

Als ideale Ergänzung zur Ausstellung gibt es nun auch zwei MathCityMap-Mathtrails zwischen dem Ausstellungsort und der Wiesbadener Marktkirche: Der Trail „Land der Ideen WI-kurz“ ist bereits für SchülerInnen der 6. Klasse zu empfehlen. Hier geht es darum, die Umwelt durch genaues Beobachten, Zählen und Messen zu erfahren. Den Trail „Land der Ideen WI-lang“ empfehlen wir ab der 9. Klasse.

Wir wünschen viel Spaß beim Ausprobieren der Trails!

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Achtzehn Mathematiklehrer/innen der Mittelstufe in der Stadt Semarang haben an einem MathCityMap-Training teilgenommen, das vom Institut für Mathematik der Semarang State University und der Universitas Negeri Semarang (UNNES) in Zusammenarbeit mit der IDMI Goethe Universität Frankfurt in Deutschland organisiert wurde. Die Ausbildung begann am 4. September 2019 und fand im Mathematiklabor der UNNES und der Umgebung rund um den UNNES-Campus statt.

In diesem 32-stündigen Training erhielten die Teilnehmer/innen eine Einführung zu MathCityMap, der Theorie zur Entwicklung mobiler Mathtrails, gefolgt von Übungen im Freien auf dem Campus, um vorhandene Mathtrails auszuprobieren und neue Aufgaben und Routen für Mathtrails zu erstellen. Jeder Teilnehmer muss außerdem mindestens eine Route im Stadtpark in der Nähe der Schule erstellen, in der er arbeitet.

Dieses Programm zielt darauf ab, die Ergebnisse der Forschung auf dem Gebiet des Mathematikunterrichts durch die Universitäten zu verbreiten, so dass die Gemeinschaft, insbesondere die Schulen, davon profitieren. Darüber hinaus unterstützt dieses Programm das SmartCity-Programm der Stadtverwaltung von Semarang.

Derzeit sind in Semarang City mehrere MathCityMap-Trails verfügbar, beispielsweise im Tugu Muda Gebiet, im Simpang Lima Einkaufszentrum, im Kaya Stadtpark in Indonesien, in der Altstadt, in der Großen Java-Moschee und an verschiedenen anderen Orten. Mathtrails von MathCityMap sind auch in Taman Pintar Jogjakarta, Kota Padang Sumatra, Kota Palu Sulawesi, Telaga Tujuh Island Aceh und in mehreren anderen Städten verfügbar.

Jörg Kleinsteuber ist Mathematiklehrer, MCM Educator und Geocacher. Heute spricht er mit MathCityMap darüber, die beiden Systeme MCM und Geocaching zu verbinden.

Wie bist du darauf gekommen Geocaching zu verwenden?

Mein Ziel war es, die beiden Outdooraktivitäten Geocaching und MathCityMap zu verbinden. Es gibt eine große Community von überzeugten Geocachern, die auch an Mathematik interessiert sind, aber das System von MathCityMap noch nicht kennen. Deshalb habe ich einen Geocache zu einem Mathtrail in Eisenach angelegt.

 

Wie hast du das gemacht? Haben sich die Systeme ergänzt?

Das Problem bestand darin, dass auf geocaching.com keinerlei Werbung gemacht werden darf und dass man keine zusätzliche Software zwingend vorschreiben kann. Also habe ich eine Route durch die Eisenacher Innenstadt mit 7 Stationen an Sehenswürdigkeiten konzipiert, die lediglich mit der PDF-Datei absolviert werden kann. Wenn ein Geocacher jedoch seine Lösungen überprüfen möchte, dann ist die Nutzung der App MCM empfohlen.

 

Kannst du etwas zu den Aufgaben erzählen?

Die 7 Aufgaben des Trails sind sehr gemischt und nicht so schwierig gewählt, so dass sie teilweise auch von Kindern in Klasse 3-5 gelöst werden können. Kompliziertere mathematische Rechnungen habe ich vermieden. Die 7 Stationen sind:

  1. Marktplatz (Kombinatorik)
  2. Fußgängerzone (Zählen)
  3. Karlsplatz (Kombinieren am Parkscheinautomat)
  4. Schmales Haus (Sitzbänke, Platzbedarf)
  5. Bachhaus (Buchstabenhäufigkeit)
  6. Lutherhaus (geometrische Formen)
  7. Tastmodell der Stadt Eisenach (Maßstab).

Wie wurde der Geocache bisher angenommen?

Der Cache wurde bis heute 3x gefunden und das Feedback war sehr positiv. Hier ein Auszug aus einem Logeintrag:

„Ein Multi durch die Eisenacher Innenstadt, verbunden mit Sehenswürdigkeiten. Man sollte sich etwas Zeit ( ca. 30-40 min.) nehmen und ein bissel Hirnschmalz verwenden. Mir hat es gefallen und Spaß gemacht. Ich wünsche mir mehr davon, hoffentlich findet der Cacheowner noch eine freie Stelle auf der Map.“ (scottbike&waldfee)

 

Vielen Dank für dein Engagement!

Hier geht es zum Geocache

    Jörg Kleinsteuber
(Elisabeth-Gymnasium Eisenach)  

Vom 5. Bis 8. August fand in Tokyo das World Education Research Association 2019 Focal Meeting statt (https://wera-tokyo.com/). Die WERA ist der Dachverband der Erziehungswissenschaften, so ist auch die Deutsche Gesellschaft für Erziehungswissenschaften (www.dgfe.de) dort Mitglied. Die Konferenz hatte über 1000 Teilnehmer und hunderte von Vorträgen. Die Themen waren sehr breit gefächert, es gab aber eine kleine STEM Education Gruppe, man kannte sich nach ein paar Tagen. Die großen Themen der Konferenz waren die Zukunft von Demokratie und Bildung, Gleichberechtigung und Soziale Gerechtigkeit weltweit. Einen bescheidenden Beitrag lieferte Joerg Zender mit seinem Vortrag, über MathCityMap und den Nutzen von Outdoor Education. Immerhin leidet heute schon über ein Drittel der Weltbevölkerung an Kurzsichtigkeit, Tendenz steigend. Mehr Tageslicht und Aktivitäten draußen für Kinder und Jugendliche könnten dies eindämmen. MCM bietet die Möglichkeit auch im Mathematikunterricht mal raus zu gehen, ohne dass Lernziele aus den Augen verloren werden. Denn die bisherigen Studien in Deutschland und Indonesien haben gezeigt, dass sich die Zeit die man mit MCM draußen verbringt, auszahlt. Die Studien haben außerdem gezeigt, dass MCM sich in Industrie- und Schwellenländern gleichermaßen gut einsetzen lässt. Damit es nicht nur beim Vortrag blieb, gab es für die Konferenz auch gleich den ersten Mathtrail auf japanischem Boden.

Ein besonderer Dank geht an Dr. Beate Nguyen, die den Vortrag leitete und moderierte und über die 15 Minuten Vortragszeit hinaus eine weitere Viertelstunde für die Diskussion zuließ, damit die vielen Fragen zu MCM beantwortet werden konnten.

Nach der Auszeichnung von MathCityMap zu einem der Orte im Land der Ideen wurden wir vom Team besucht. Auf der Homepage wird MCM mit Video und Interview vorgestellt.

Wir hatten einen tollen Drehtag und auch unsere Studierenden hatten offensichtlich Spaß beim Lösen der MCM Aufgaben rund um ihren Campus. Vielen Dank an alle Beteiligten!

Hier geht’s zur Website und hier geht’s zum Video direkt auf Youtube.

In der Regionalausgabe der Offenbach Post ist heute ein Artikel über MathCityMap erschienen.

Text: Patrick Eickhoff

Es gibt viele Wege eine Stadt zu erkunden. Mit dem Rad, Auto oder auch zu Fuß. Während so mancher gerne bummelnd die Sehenswürdigkeiten abläuft, gerne mal eine Pause macht, steigt der ein oder andere in Großstädten mittlerweile auf elektrische Roller um.

Mit der App „MathCityMap“ gibt’s jetzt auch in Heusenstamm eine neue Art des Rundgangs: den mathematischen.

Auf rund einem Kilometer sind insgesamt elf Stationen anzusteuern und die Aufgaben vor Ort zu lösen. Die Dauer ist auf zweieinhalb Stunden angesetzt. Los geht’s am Bahnhof. Dort muss beispielsweise errechnet werden, wie viele DIN A0-Plakate an eine Litfaßsäule passen. Auch die Modellierung des Brunnens in einem Koordinatensystem, die Steigung eines Handlaufs oder die Höhe des Schlosseingangs müssen erschlossen werden. „Als Hilfsmittel reichen ein Handy mit Taschenrechner-App, ein Maßband und ein Zollstock“, erläutert Simone Jablonski, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Goethe-Universität in Frankfurt und für die Öffentlichkeitsarbeit der App verantwortlich.

Gemeinsam mit Iwan Gurjanow, Joerg Zender und Leiter Prof. Dr. Matthias Ludwig hat sie das Projekt 2012 ins Leben gerufen. „Mittlerweile ist sie im europäischen Kontext zu betrachten“, sagt Jablonski. Wanderpfade beziehungsweise sogenannte Trails gibt es inzwischen in elf Sprachen. Erkunden lassen sich Madrid, Lyon, Mailand oder Athen. Der Fokus liegt dennoch auf Deutschland. „Die App wird in Frankfurt programmiert, dort gibt es dementsprechend viele Trails.“ Und wie kommt’s, dass neben der Stadt Offenbach Heusenstamm als einzige Kommune im Kreis über einen mathematischen Rundgang verfügt? „Das ist ganz einfach“, sagt Simone Jablonski und lacht. „Ich komme aus Heusenstamm und habe mir die Zeit genommen unsere schönen Sehenswürdigkeiten wie das Schloss oder St. Cäciliä einzubetten.“ Deshalb sei der Kurs auch nicht nur ausschließlich für Schüler, sondern für Familien und Auswärtige geeignet.

Grundidee ist jedoch nach wie vor Lehrer und Schüler anzusprechen. Denn Mathematikaufgaben in Büchern erscheinen oft altmodisch. Aufgabenstellungen, die nicht authentisch oder greifbar sind, wirken da – so die Projektinitiatoren – durchaus demotivierend und langweilig. „Schüler lernen besser, wenn sie sich dabei bewegen“, sagt Jablonski. Und deshalb stellt sie die Frage, „wie viel Mathematik steckt denn in unserer Stadt?“. Schließlich sei die Welt voll von geometrischen Objekten und funktionalen Zusammenhängen. „In manchen Städten gibt es die Wanderpfade auch auf Schulhöfen, da können die Lehrer mit vor Ort sein.“

Anlegen kann einen Wanderpfad jeder, der möchte. Bevor dieser online geht, wird er allerdings vom Projektteam überprüft. Die App gibt es kostenlos im Android- sowie Apple-Store. Wer eine Frage richtig beantwortet, erhält 100 Punkte und liegt im sogenannten grünen Bereich. „Der gelbe Bereich sagt, dass zwar die Lösung in Ordnung ist, aber vielleicht in der Berechnung ein Fehler liegt“, sagt Jablonski. „Wie beim roten Bereich können sich Hinweise freischalten lassen.“

Die Schwierigkeitsstufen der Trails unterscheiden sich von Stadt zu Stadt, teilweise von Schule zu Schule. „Wir hatten im vergangenen Jahr eine große Veranstaltung in Frankfurt, da haben wir es nach Stufen geregelt.“ Auch in Heusenstamm unterscheiden sich die Aufgaben. „Mathe soll ja Spaß machen und die Nutzer lernen so gleich auch die Stadt von ihrer schönen Seite kennen“, sagt Jablonski.

Hier geht’s zum Trail

Hier geht’s zum Originalartikel

Update 09.09.2019: Die Nutzerumfrage ist noch bis einschließlich Sonntag geöffnet. Wir freuen uns auf ihr Feedback! 

Unser Webportal und die App haben sich im letzten Jahr stark weiterentwickelt. Technisch sind viele neue Funktionen hinzugekommen, das Layout hat sich gewandelt, die Community ist gewachsen und mit ihr die Aufgaben und Trails. Es gibt inzwischen MCM-Aufgaben in über 40 Ländern! Das verdanken wir Ihnen als aktive Nutzer. Umso mehr interessieren wir uns dafür, wie Sie mit dem System umgehen, welche Erfahrungen Sie gemacht haben. Dazu haben wir einen kleinen Fragebogen zusammengestellt:

Link zur Online-Umfrage

Wir freuen uns sehr, wenn Sie uns eine Rückmeldung zu MathCityMap geben, nur so können wir uns weiter verbessern.

Mit freundlichen Grüßen

Das MCM-Team

Am 04.07. haben Matthias Ludwig und Simone Jablonski MathCityMap 40 spanischen Mathematiklehrern auf der 19JAEM vorgestellt. Mit vielfältigen spanischen Problemstellungen ging es für die Lehrkräfte auf zwei Math Trails rund um das Konferenzgebäude am Hafen von A Coruna.

Die Lehrer hatten sichtlich Spaß beim Lösen der Aufgaben. Entsprechend gab es gutes Feedback und wir sind optimistisch, dass einige neue „Rutas Matematicas“ in Spanien entstehen werden!